History of Heck (DE)
Isabella Devinast
La raison d’être
die autofiktionale Biographie des Künstlers Barry Heck
Vorwort
Die Kunstwelt will wissen, warum wer was und am besten auch, wie gemacht hat. Künstler*innen arbeiten nicht im luftleeren Raum, sie sind Chronist*innen ihrer Zeit, manche sind Avantgarde, die eine oder der andere kommt zu Ruhm, das Gros bleibt unbekannt. Ein Leben mit und für die Kunst ist eigentlich immer entbehrungsreich, manchmal glamurös, aber stets lohnenswert. Für einen richtigen Künstler oder eine echte Künstlerin ist es schicksalhaft und unausweichlich.
Ein kunstschaffender Mensch ist eigentlich sein ganzes Leben lang abhängig. Von Mäzenen,
Kunstkäufer*innen, Museen,
Kurator*innen, den Eltern, einem Lebenspartner, irgendeinem Fuck-Job, Spenden, Stipendien, Galerist*innen,
Finanzmenschen jeglicher Couleur, der Fügung, der Gesellschaft.
Ausgesprochen selten gibt es die Fälle, in denen ein Künstler oder eine Künstlerin gänzlich unabhängig
agieren kann. Sei es, weil ein erhebliches Erbe vorhanden ist oder weil, wie beispielsweise in Falle von
Jeff Koons, gleichzeitig in einem anderen Bereich (Finanzmarkt in London) ein so großes Vermögen angehäuft
werden konnte, daß es ihm scheißegal sein dufte, ob und wer seine Arbeit nun mag oder nicht. Von
Ego-Begehrlichkeiten wollen wir hier mal absehen.
So zwingend, wie die Kunstwelt nicht vergibt, wenn sie ein Oeuvre als nicht nachvollziehbar empfindet, so sehr liebt sie auch das Mysteriöse, Unverständliche und allem voran: das Unterhaltsame. Nichts ist schöner als ein veritabler Skandal.
Die hier dargestellten Abfolgen von Ereignissen, Erlebnissen und Eventualitäten sind mitnichten alle frei erfunden, aber ebenfalls nicht immer wortwörtlich zu nehmen.
Selbstverständlich sind viele Namen geändert und einige Ereignisse stark verkürzt dargestellt. Diskretion, Obacht vor eventuellen juristischen Schritten und die unbedingte Vermeidung einer gelangweilten Leser*innenschaft führten zu diesen Maßnahmen. Man bittet um Verständnis.
Bartholomäus „Barry“ Heck hat das große Glück, daß das elterliche Gut und die Familiengeschichte, in die er ab seinem achtzehnten Lebensjahr selbst eingriff, dazu geführt hatten, daß es ihm völlig schnuppe war, ob sich seine Arbeiten verkauften. Und vielleicht gerade deshalb verkauften sie sich hervorragend. Und klandestin.
Hier sind die Ereignisse, die zu seinen Arbeiten führten.
Das Buch wird gerade geschrieben.
© Isabella Devinast 2024/2026
