Silk screen prints on metal leaves
PARADIGM SHIFT
by Isabella Devinast, Berlin, 2022
Silk screen print on brass leaf, 64x64cm, various colours
When Leonardo da Vinci drew the Vitruvian Man around 1490, this sketch, which was based on Vitruvius' Roman aesthetics and theory of proportions from the first century BC, was the guideline for the Renaissance man that has endured to this day. And it was: a man. Of course it was.
The idea of transforming this iconic drawing into a woman is not new. Certainly not. But printing it in this version and on a metal leaf background certainly is. This work has taken on a direct reference to global social and political events that has never been seen before with such intensity: a paradigm shift in the perception of man.
Women are fighting for, disputing for, working for their equality. Human rights apply to everyone. Feminism is humanism. Slowly but steadily and with an unstoppable urge, women are gaining full access to society after millennia of disregard. To justice. To education, prosperity and freedom. It is not always perceptible. But it is there. It is inherent in us, it is inescapable.
Depending on the lighting conditions, the angle from which you look at the work or even the distance from which you look at it, it changes. The lines sometimes appear clearer, sometimes more blurred. The backgrounds are never completely identical, they are all unique. But they all have one thing in common: the drawing, which originates from a graphite sketch by the artist, is always there. Immovable.
Like the paradigm shift we are all witnessing.
We must not despair. We must remain strong and continue along the path to the end. Even if we can't always see the big picture with the same clarity, we can be certain of one thing: the paradigm shift is and will always be there. Inevitable. Indelible.
PARADIGMENWECHSEL
von Isabella Devinast, Berlin, 2022
Siebdruck auf Blattmessing, 64x64cm, verschiedene Farben
Als Leonardo da Vinci um 1490 den Vitruvianischen Menschen zeichnete, war diese Skizze, die auf der römischen Ästhetik und Proportionslehre des Vitruv aus dem ersten Jahrhundert v. Chr. basierte, die Richtschnur für den bis heute gültigen Renaissance-Menschen. Und es war: ein Mann. Natürlich war es ein Mann.
Die Idee, diese ikonische Zeichnung in eine Frau zu verwandeln, ist nicht neu. Sicherlich nicht. Aber sie in dieser Ausführung und auf einen Blattmetall-Hintergrund zu drucken, ist es durchaus. Diese Arbeit hat einen direkten Bezug zu weltumspannenden sozialen und politischen Ereignissen bekommen, der noch nie in dieser Intensität zu beobachten war: ein Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung des Menschen.
Frauen erkämpfen, erstreiten, erarbeiten sich ihre Gleichstellung. Menschenrechte gelten für alle.
Feminismus ist Humanismus. Frauen bekommen langsam, aber stetig und mit nicht aufzuhaltendem Drang, nach
Jahrtausenden der Missachtung, den vollständigen Zugang zur Gesellschaft. Zur Gerechtigkeit. Zu Bildung,
Wohlstand und Freiheit.
Er ist nicht immer wahrnehmbar. Doch er ist da. Er ist angelegt in uns, er ist unausweichlich.
Je nach dem, welche Lichtverhältnisse herrschen, von welchem Blickwinkel aus man die Arbeit betrachtet oder selbst, in welcher Entfernung man sie ansieht, verändert sie sich. Die Linien erscheinen mal klarer, mal verschwommener. Die Hintergründe gleichen einander nie zur Gänze, es sind ausnahmlos Unikate. Eines aber ist allen gleich: die Zeichnung, die einer Graphitskizze der Künstlerin entspringt, sie ist immer da. Unverrückbar.
Wie der Paradigmenwechsel, dessen Zeug*innen wir alle sind.
Wir dürfen nicht verzagen. Wir müssen stark bleiben und den Weg bis zum Ende weitergehen. Auch, wenn wir nicht immer das große Ganze mit derselben Klarheit sehen können, eines können wir gewiß sein: der Paradigmenwechsel ist und wird immer da sein. Unvermeidbar. Unauslöschlich.
Copyright Isabella Devinast
